Am Morgen stellten wir fest, daß wir an diesem See nicht
die einzigen waren die wildcampten. Ein paar Holländer
hatten auch diese Idee. Unsere letzten
Eindrücke von Schweden waren noch einige kleinere
Steigungen, die "Tysk-Salami" in einem
Geschäft in Näsinge, und die Tatsache, daß wir das
letzte Seewasser wohl nicht richtig abgekocht hatten:
Alex Dünnschiss. Dann überquerten wir auf einer 420m
langen Brücke, auf der Hannes' Lowridern der enge Radweg
zum Verhängnis wurde, den
Svinesund in 36m Höhe. Hier hatten wir einen tollen
Ausblick auf den Fjord. Am Ende der Brücke stand das
Schild "Norge", daß uns eindeutig mitteilte,
daß wir nun in Norwegen waren, und somit einen Großteil
unserer Tour geschafft hatten. Norwegen hingegen empfing
uns weniger freundlich. Wir kamen kaum von der E6 runter,
hatten oft Gegen-, bzw. Seitenwind und die Preise waren
noch (!) teurer als in Schweden. Daniel verzweifelte
mitlerweile an seiner Gangschaltung und wir anderen waren
auf der Suche nach einer Karte Richtung Oslo. Über eine
hohe Brücke über den Fredrickssund fuhren wir nach
Fredriksstadt. Hier konnte man uns im offiziellen
Toursit-Info keinerlei Karte geben, sondern schlug uns
stattdessen vor mit dem Zug nach Moss zu fahren, um von
dort aus mit dem Schiff nach Oslo überzusetzen. Die
Menschen hier haben offensichtlich keine Ahnung von einer
Radtour! Wir fanden aber doch noch einen Weg aus der
Stadt Richtung Oslo.
Wie gut, daß es viele
kleine Kirchen auf dem Land gibt, denn die haben immer
Trockenklos, ohne die wir doch zeimlich aufgeschmissen
gewesen wären. Es regnete heute zwar gar nicht, dafür
zogen, ähnlich wie an unserem dritte Tour-Tag immer
wieder kleine Gewitter auf. Am Abend campten wir wild an
einem See, an dem zwei Spinne mit ihren ferngesteuerten
Motorbooten rumfuhren. Als sie verschwunden waren, war es
zwar ruhig, aber auf einmal kamen Mücken und kleine
Fliegen, die anscheinend vorher durch den Krach
abgehalten wurden. Dennis holte sofort sein
Anti-Fliegen-Spray heraus und heizte den Viechern
ordentlich ein. Dabei stellte sich heraus, das auch Alex,
genauso wie die Fliegen, vor dem Spray laut hustend floh.
Seit dem war Alex unser Inse(c)kt, was Dennis jederzeit
mit seinem Spray gerne ausnutzte. Später begannen wir
bis in die Nacht hinein, unsere Tour-T-Shirts zu bemalen.
 
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