08.07.99 · Kopenhagen - Fakse · 99,4 km
 

Wir verliessen Kopenhagen pünktlich um 10 Uhr, nur leider hatte nach nur 10 km mal wieder Hannes‘ Rad eine Panne: die Kette brach! Die provisorische Eigenreparatur brachte nichts, aber in einem Radshop in der Nähe wurde ihm umsonst geholfen. Gegen 11 Uhr konnten wir unsere Route fortsetzen und befuhren die Nationalrouten 4 & 6, die uns durch den Stadtteil Bröndby (Fußballverein!) führte, und später die Route Nr. 9, die uns vorbei an Badeorten bis nach Rødby führen sollte. Wir hatten Superwetter, und der Radweg war wunderschön. Denn er zeigte uns die malerische Seite an Dänemark: Strände, kleine Dörfer mit Rosenbüschen, Sonne und Pølse. Kurz vor 6 Uhr (wir waren heute schon fast 100 km gefahren) verließen wir den Radweg, um in Fakse einen Brauereibesuch in der fast gleichnamigen Brauerei, der bekannten FAXE - Brauerei, zu machen. Obwohl keine Besuchszeiten waren, führte uns ein freundlicher Mitarbeiter (nachdem wir lieb gefragt hatten: "any broken cans?") in einen Raum, schloß ein Faß an und sagte: "Drink as much as you want, but I have to go!". Es war sehr heiß gewesen an diesem Tag, wir hatten wenig getrunken und gegessen, und so schütteten wir gierig das kühle kostenlose Faxe in uns hinein. Natürlich waren wir schnell total zu und bekamen nichts mehr auf die Reihe. Die schiefen scharfen Fotos zeugen von dem Spaß, den wir hierbei hatten. (Alex’ Schuh landete immer wieder im Baum!) Wir sahen uns nicht mehr in der Lage weiterzufahren, und so gab es für Hannes nach elf Jahren ein Wiedersehen mit der Jugendherberge Fakse. Leider hatten wir alle nicht mehr viel Geld, aber die Herbergsmutter machte uns einen sehr fairen Preis und ließ uns für umgerechnet nur 17 DM à Person übernachten. Hier duschten wir erstmal ausgiebig, aßen, spielten Fußball, lasen erschrocken von einem Brand auf einer Ostseefähre ("Pr. Ragnhild", die Hannes noch in Oslo fotografiert hatte) und ließen den Abend am Kalksteinbruch, der hinter der Jugendherberge lag, mit einem letzten Schluck Faxe und unserer "Siegerzigarre" ausklingen.