Gegen 10 Uhr standen wir auf und machten uns langsam
fertig für unseren letzten Tag on Tour. Da die Hitze auf
dem Campingplatz und die Langeweile stiegen, entschieden
wir uns dafür, schon jetzt Richtung Rødbyhavn
aufzubrechen, um von dort per Fähre überzusetzen. Die 5km
schlechten Fahrradweg brachten wir da locker hinter uns
und reihten uns in Rødbyhavn gleich in die Autoschlange
ein, um auf die Fähre zu gelangen. Um 12:45 nahmen wir
die Scandlines-Fähre "Schleswig-Holstein",
die uns nach 45 Minuten Fahrt schließlich nach good old
Germany zurück, genauer auf die Ostseeinsel Fehmarn
bringen sollte. Während der Fahrt gönnten wir uns mit
unseren letzten dänischen Kronen noch einige Leckereien
an Bord (Cheeseburger, Pommes Frites, ...) und baten
einen nicht deutsch sprechenden Dänen doch ein Foto von
uns an Deck zu machen. Hannes wollte seine Frisur noch in
Form brigen, doch da war es schon zu spät. Der Däne
hatte abgedrückt und mit seinen dicken Wurstfingern für
uns etwas zu schnell den Knopf gefunden. Das Ergebnis
seht Ihr auf dem Foto. Nun gut, nachdem uns Alex, der
angehende Seglerschein-besitzer, viel Interessantes (gäähhn!)
bezüglich Strömung und Wind erzählte (wir 3 anderen
glaubten nämlich nicht daran, daß der Käptain mit
dieser Richtung die Hafeneinfahrt treffen würde; "Ist
der blau, oder was macht der da ?!") , kamen wir
endlich (glücklich wieder deutschen Boden unter den Füßen
zu spüren) auf Fehmarn an.
Daniel, der schon
mehrmals hier Urlaub gemacht hatte entwickelte sich
gleich als Anführer durch die etwas unsinnigen Straßenverbindungen
der Insel. Wir fuhren zunächst zwar nochmal zur Mole, um
unserem Schiff "goodbye" zu sagen und ein paar
doofe Deutsche zu beobachten; doch dann wendeten wir uns
mit unseren Rädern dem Strand zu. Die unsinnige Straßenführung
(kein direkter Weg zum Strand) fürhte uns in weitem Wege
über die Landstraße endlich zum Strand, von dem wir uns
eigentlich mehr versprochen hatten. Der Wind blies uns
den Sand direkt ins Gesicht und in die Augen, doch eine
etwas entfernet Bank entwickelte sich dann als Raststätte,
an der wir ein paar Stunden verweilten. Während Hannes
und Dennis nach dieser langen Zeit ohne Weltinfos einige
deutsche Nachrichten per Walkman zu empfangen versuchten
und nebenbei die Schafe nebenan ärgerten, schauten Alex
und Daniel mal im Strandcafé vorbei, wo die beiden sich
doch glatt ne Friture reinschoben.
Gegen 16 Uhr brachen wir
dann wieder auf in Richtung Bahnhof und nahmen wieder den
langen Umweg über die Landstraße, da wir unseren Rädern
nicht zumuten wollten durch den Sand zu fahren (nicht
wahr, Hannes?). Der Bahnhof entwickelte sich wieder
einmal als "super-fahrradfreundlich" (ironisch),
denn riesige Treppen und ein Verbot die Gleise zu überschreiten
stellten sich als große Hindernisse heraus. Aber wir
waren ja auch vorher nichts anderes von der Bahn gewohnt.
So trugen Hannes, Daniel und Alex ihre Räder mit allem
Gepäck die Treppen rauf und runter, während Dennis sich
doch glatt über das Verbot hinwegsetzte und sein Bike über
die Gleise trug ("Hat ja grad keiner hingeguckt").
Da warteten wir dann bis
um 19.11 Uhr unser Zug abfuhr. Er sollte uns von
Puttgarden (Fehmarn) über Lübeck nach Hamm bringen. Während
der Fahrt hatten wir das Glück noch eine
liegengebliebene Zeitung mit den 4 großen Buchstaben
gefunden und gelesen zu haben ("Da steht immer der
selbe Müll drin") und um 20.45 waren wir dann in Lübeck.
Das Treppauf Treppab waren wir hier ja schon gewohnt und
so langsam schlich sich Routine ein. Hannes und Daniel
nutzen mal wieder das Gepäckband neben der Treppe, um
Ihre Räder mit viel Kraftaufwand hoch und runter zu
transportieren, während Alex und Dennis da mehr
Handarbeit machten. Dann war es soweit: 2 Stunden auf dem
Lübecker Bahnhof rumkriegen! Denn unsere tolle
Zugverbindung sah vor, daß der nächste Zug nach Hamm
erst gegen 22.45 Uhr hier abfuhr. Nun gut, essen, das Klo
besuchen, lesen, Radio hören. Das alles rettete uns über
die Zeit. Grad als unser Zug einrollte kam natürlch die
beste Technomucke im Radio, passend zur Love Parade, die
an diesem Tag stattfand, zu der Hannes und Dennis noch
kurz auf dem Bahnsteig ab"dance"ten. Schnell
Fahrräder verstaut und schon ging es los, der Heimat
entgegen. Unsere gute Laune wurde aber schon bald getrübt.
Denn die "Schaaf"nerin teilte
uns mit, daß noch 3 weitere Fahrräder reserviert hätten
und wir also unsere "Bagage" möglichst
platzsparend zusammenquetschen sollten. Nun das ging ja
gerade noch. Die 3 Räder fanden noch Platz, doch dann
stiegen noch weitere 3 Leute mit Rädern ein ("Au
scheiße, wie soll das denn gehen"). Mitgenommen
werden mußten die, denn sie hatten eine
Ausnahmegenehmigung (ui!). Völlig genervt versuchten wir
unseren Laune mit lustigen Alex-sein-Schuhband-verknoten-Spielchen
wieder etwas zu steigern (Alex war davon nicht so
begeistert!). Zwischendurch gönnten wir uns dann noch
etwas Ruhe, wobei diese beiden Bilder hier entstanden:
Um 2:55 kamen wir dann
endlich in Hamm an, wo wir unsere 4 Räder erstmal aus
dem Zug rausbekommen mussten. Irgendwie haben wir es dann
doch geschafft und machten uns auf dem Bahnsteig bereit für
unsere Ehrenrunde, unsere Abschlußetappe von Hamm nach
Soest. Der diesmal funktionierende Aufzug ersparte uns
das lästige Treppen-runter-schleppen. Dann noch
schnell den Ausgang gefunden und los ging es mitten in
der Nacht auf Autoleeren Straßen nach Soest ("Mann,
die haben ja extra für uns alle Straßen gesperrt!").
Währenddessen ging uns natürlich mal wieder Alex
verloren, der angeblich Probleme mit seinem Hinterrad
hatte und deshalb nicht so recht vorankam. ("Mann,
wo bleibt der denn, wie kann man nur so langsamfahren!").
Mit der Hoffnung, daß Alex den Weg nach Soest alleine
findet, machten Hannes, Daniel und Dennis sich im Höchsttempo
gen Soest auf. So schnell waren wir, daß sogar Dennis'
Dynamo da nicht mehr mitkam und wie wild anfing zu
rattern. Nun gut, es ging auch ohne, und so fuhren wir 3
(wir schafften die 32 km in 1,5 Std.) und Alex irgenwo da
hinten dem Sieg entgegen. Im Osten färbte sich der
Himmel schon etwas gelb-rot und der Mond begrüßte uns
zurück im Kreis Soest. Um 4.30 Uhr sahen wir dann das
Ortsschild "Soest" und unser Tacho zeigte die
ehrwürdige Kilometerangabe »1200 km«.
Nach langem Warten auf Alex posierten wir dann für
dieses Siegerfoto, daß zugegeben nicht so gut gelungen
ist, wie erhofft:
Danach fuhren wir nach
19 ereignisreichen Tourtagen singend durch Soest, bevor
sich unsere Wege schließlich trennten. Alex fuhr in die
Stadt Richtung Wiesenkirche nach Hause. Daniel Richtung
Stadtkrankenhaus zu seiner Oma. Und Hannes und Dennis
fuhren gemeinsam gen Baugebiet50 im Soester Süd-Westen.
Doch wir alle waren zufrieden mit unserer
Skandinavientour Soest-Oslo-Soest, die uns durch Schweden,
Norwegen, Dänemark und natürlich Deutschland führte.
Auch wenn wir keinen Elch gesehen haben und das Wetter in
Schweden nicht ganz so toll war, werden wir uns sicher
noch lange an unsere gemeinsame Fahrradtour erinnern.
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