23.06.99 · Soest - Travemünde · 63,4 km
 


Morgens um 7.30 Uhr trafen wir uns bei Hannes mit vollbepackten Fahrrädern.
Nach kurzem Meinungsaustausch und Checken der Ausrüstung schwangen wir uns auf die Räder und fuhren los in Richtung Hamm, um von dort mit dem Zug nach Lübeck zu fahren. Der Weg war uns schon von diversen Generalproben bekannt, die wir vor langen Touren gemacht haben. Es gabe auch (fast) keine Probleme den Weg zu fnden und so kamen wir gegen 10 Uhr am Bahnhof Hamm an. Noch schnell ein paar Zeitschriften besorgt und schon sollte es los gehen zum Bahnsteig, von dem unser Zug um 10:20 Uhr abfahren sollte. Doch da gab es mal wieder ein Hindernis. Wie von der Bahn nicht anders gewohnt, war mal wieder der Aufzug kaputt, weshalb wir unsere Räder mitsamt dem schweren Gepäck die steilen Stufen der langen Treppe hinauf auf den Bahnsteig schleppen mussten. Nachdem das geschafft war, stiegen wir in den Zug, der überraschender Weise über ein großes Fahrradabteil verfügte (!).

Unsere Zugfahrt führte uns über Münster, Bremen und Hamburg nach Lübeck. Das war keine sehr gute Verbindung, da wir somit 3 mal umsteigen mussten. Doch aufgrund einer Mehrheitsentscheidung wurde diese billige Verbindung der teureren besseren Variante vorgezogen. Doch das viele Umsteigen ging diesmal recht gut vonstatten, so daß wir schließlich gutgelaunt gegen Mittag in Lübeck ankamen. Die letzten steilen Treppen auf dem Bahnsteig wurden dann auch noch hinter uns gebracht. Nun machten wir uns auf die Stadt Lübeck kennenzulernen, in der wir bis 18 Uhr bleiben konnten, da unsere Fähre ab Travemünde erst um 22 Uhr abfahren sollte. So besichtigten wir das Lübecker Tor und den Dom und genossen echtes Niederegger Marzipan-Eis. Von der Altstadt (Oh mein Gott, Kopfsteinpflaster!!) führte uns unser Weg zum Museumshafen an der Trave. Da war allerdings nicht so viel zu sehen, woraufhin wir uns noch kurz zu einem Supermarkt aufmachten, um letzte Fressalien und Bier für Schweden einzukaufen.

Dann machten wir uns auf den Weg nach Travemünde. Dabei fielen uns die gutausgebauten Fahrradwege positiv auf. Zwischendurch lieferten wir uns noch ein kleines Rennen mit alten Radfahrern OHNE Gepäck (was für Luschen!). als wir nach Travemünde hereinfuhren, sahen wir schon auf der rechten Seite unsere Fähre "Peter Pan" der TT-Line, die mit uns um 22 Uhr nach Trelleborg auslaufen sollte. Da wir aber noch genug Zeit hatten, wollten wir uns die Hafenstadt noch etwas genauer anschauen. An der Promenade (Hey, Sie dürfen hier kein Fahrrad fahren!) fanden wir sogar noch eine Möglichkeit unseren Hunger mit einer ordentlichen Portion Friture zu stillen. Pommes Frites heißen bei uns so seit unserer Tour nach Paris, da wir damals in Belgien die leckeren Friture (die heißen da wirklich so!) zu schätzen gelernt haben. Nun aber wieder zurück nach Travemünde! Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen am Yachthafen und beobachteten die Fähre Travemünde-Malmö beim Einlaufen und machten lustige kleine Spässchen mit einem Stuhl und Alex' Fahrrad ( ...würde zu lange dauern diese lustige Situation zu erklären!). Schließlich machten wir uns auf den Weg zum Schiff, checkten ein und fuhren mit den Rädern durch das geöffnete Heck-Tor ins Innere. Dort mußten wir unsere Fahrräder zurücklassen. Wir nahmen das Wichtigste mit und begaben uns per Aufzug nach oben zur Rezeption. Dort konnten wir unsere Sachen in einer nicht benutzten Kabine lassen und genossen ein wenig später die Aussicht an Deck bis dann endlich um 22 Uhr die Fähre die Leinen lößte und wir langsam aber sicher den Hafen und somit Deutschland verließen. Neben der goldenen, untergehenden Sonne begleitete uns auch ein Regenbogen auf der Fahrt durch die abendliche Lübecker Bucht. Später auf Hoher See durchstöberten wir im Duty-Free-Shop die Test-Düfte und fanden schließlich knuffige Elch-Kuscheltiere, die wir prompt als Schweden-Andenken aus Ihrer Gefangenschaft befreiten.

Da wir keine Kabinen gemietet hatten, mußten wir uns einen einigermaßen guten Schlafplatz suchen. Wir fanden keine passende Sitzgelegenheit, die sich auch zum Daraufschlafen eignete und packten deshalb kurzerhand unsere Isomatten und Schlafsäcke aus und begaben uns in einer stillen Ecke (unter der Treppe!!) zur Ruhe. So schliefen wir mitten auf der Ostsee ein, voller Neugier, was uns auf unserer Skandinavien-Tour alles erwarten würde.