Morgens um 7.30 Uhr trafen wir uns bei Hannes mit
vollbepackten Fahrrädern. Nach kurzem
Meinungsaustausch und Checken der Ausrüstung schwangen
wir uns auf die Räder und fuhren los in Richtung Hamm,
um von dort mit dem Zug nach Lübeck zu fahren. Der Weg
war uns schon von diversen Generalproben bekannt, die wir
vor langen Touren gemacht haben. Es gabe auch (fast)
keine Probleme den Weg zu fnden und so kamen wir gegen 10
Uhr am Bahnhof Hamm an. Noch schnell ein paar
Zeitschriften besorgt und schon sollte es los gehen zum
Bahnsteig, von dem unser Zug um 10:20 Uhr abfahren sollte.
Doch da gab es mal wieder ein Hindernis. Wie von der Bahn
nicht anders gewohnt, war mal wieder der Aufzug kaputt,
weshalb wir unsere Räder mitsamt dem schweren Gepäck
die steilen Stufen der langen Treppe hinauf auf den
Bahnsteig schleppen mussten. Nachdem das geschafft war,
stiegen wir in den Zug, der überraschender Weise über
ein großes Fahrradabteil verfügte (!).
Unsere Zugfahrt führte
uns über Münster, Bremen und Hamburg nach Lübeck. Das
war keine sehr gute Verbindung, da wir somit 3 mal
umsteigen mussten. Doch aufgrund einer
Mehrheitsentscheidung wurde diese billige Verbindung der
teureren besseren Variante vorgezogen. Doch das viele Umsteigen
ging diesmal recht gut vonstatten, so daß wir schließlich
gutgelaunt gegen Mittag in Lübeck ankamen. Die letzten
steilen Treppen auf dem Bahnsteig wurden dann auch noch
hinter uns gebracht. Nun machten wir uns auf die Stadt Lübeck
kennenzulernen, in der wir bis 18 Uhr bleiben konnten, da
unsere Fähre ab Travemünde erst um 22 Uhr abfahren
sollte. So besichtigten wir das Lübecker Tor und den Dom
und genossen echtes Niederegger Marzipan-Eis. Von der
Altstadt (Oh mein Gott, Kopfsteinpflaster!!) führte uns
unser Weg zum Museumshafen an der Trave. Da war
allerdings nicht so viel zu sehen, woraufhin wir uns noch
kurz zu einem Supermarkt aufmachten, um letzte Fressalien
und Bier für Schweden einzukaufen.
Dann machten wir uns auf
den Weg nach Travemünde. Dabei fielen uns die
gutausgebauten Fahrradwege positiv auf. Zwischendurch
lieferten wir uns noch ein kleines Rennen mit alten
Radfahrern OHNE Gepäck (was für Luschen!). als wir nach
Travemünde hereinfuhren, sahen wir schon auf der rechten
Seite unsere Fähre "Peter Pan" der TT-Line,
die mit uns um 22 Uhr nach Trelleborg auslaufen sollte.
Da wir aber noch genug Zeit hatten, wollten wir uns die
Hafenstadt noch etwas genauer anschauen. An der Promenade (Hey,
Sie dürfen hier kein Fahrrad fahren!) fanden wir sogar
noch eine Möglichkeit unseren Hunger mit einer
ordentlichen Portion Friture zu stillen. Pommes Frites
heißen bei uns so seit unserer Tour nach Paris, da wir
damals in Belgien die leckeren Friture (die heißen da
wirklich so!) zu schätzen gelernt haben. Nun aber wieder
zurück nach Travemünde! Wir genossen die letzten
Sonnenstrahlen am Yachthafen und beobachteten die Fähre
Travemünde-Malmö beim Einlaufen und machten lustige
kleine Spässchen mit einem Stuhl und Alex' Fahrrad ( ...würde
zu lange dauern diese lustige Situation zu erklären!).
Schließlich machten wir uns auf den Weg zum Schiff,
checkten ein und fuhren mit den Rädern durch das geöffnete
Heck-Tor ins Innere. Dort mußten wir unsere
Fahrräder zurücklassen. Wir nahmen das Wichtigste mit
und begaben uns per Aufzug nach oben zur Rezeption. Dort
konnten wir unsere Sachen in einer nicht benutzten Kabine
lassen und genossen ein wenig später die Aussicht an
Deck bis dann endlich um 22 Uhr die Fähre die Leinen lößte
und wir langsam aber sicher den Hafen und somit
Deutschland verließen. Neben der goldenen, untergehenden
Sonne begleitete uns auch ein Regenbogen auf der Fahrt
durch die abendliche Lübecker Bucht. Später auf Hoher
See durchstöberten wir im Duty-Free-Shop die Test-Düfte
und fanden schließlich knuffige Elch-Kuscheltiere, die
wir prompt als Schweden-Andenken aus Ihrer Gefangenschaft
befreiten.
Da wir keine Kabinen
gemietet hatten, mußten wir uns einen einigermaßen
guten Schlafplatz suchen. Wir fanden keine passende
Sitzgelegenheit, die sich auch zum Daraufschlafen eignete
und packten deshalb kurzerhand unsere Isomatten und
Schlafsäcke aus und begaben uns in einer stillen Ecke (unter
der Treppe!!) zur Ruhe. So schliefen wir mitten auf der
Ostsee ein, voller Neugier, was uns auf unserer
Skandinavien-Tour alles erwarten würde.
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