Morgens kurz um 7 Uhr
wachten wir auf der Fähre Travemünde-Trelleborg auf und
gönnten uns im Bordrestaurant noch ein kleines
Frühstück oder auch nur einen Orangensaft. Während des
Frühstücks lief das Schiff in den Trelleborger Hafen in
Schweden ein. Wir begaben uns zu unseren Rädern und
warteten im CO2 bis alle vor uns warteten Autos die
Fähre verlassen hatten. Dann waren endlich auch wir an
der Reihe und führten unsere Fahrradtour fort. Wir
fuhren entlang der Küste Richtung Malmö und konnten nun
erstmals die schwedische Landschaft an uns vorüberziehen
lassen. Unser erster Eindruck: schönes Wetter, kaum
Wind, flaches Land und gute Fahrradwege. Also durchweg
positiv. Da machte das Fahren richtig Spaß.
Gegen Mittag trafen wir
in Malmö ein und verbrachten dort unsere Mittagspause.
Außerdem gönnten wir uns eine Friture. Währenddessen
stellte Dennis sein Fahrrad vor ein leeres Schaufenster,
worauf ein Schwede herauskam und mit seinem Satz:
"Sie müssen sich anpassen. Sie sind hier in
Schweden!" bei uns für große Heiterkeit sorgte.
Von da an war ein weiterer Tourspruch geboren. Bei jeder
passenden Gelegenheit wurde er angewandt : "Äh,
denk' dran, wir sind hier in Schweden!". Wir setzten
unsere Tour fort und verließen Malmö in Richtung
Norden. Wir fuhren weiter an der Küste entlang und
gelangten in ein kleines Dorf, in dem wir einkauften und
den weiteren Weg planten. Wir entschieden uns, in
Richtung der Stadt Lund zu fahren und von dort weiter
nach Norden. In Lund angekommen fanden wir auch prompt
einen Fahrradweg, der uns zum Vorort Norra-Nöbelöv
führte. Von dort folgten wir dem
Fahrradweg weiter und das war unser Fehler. Nach einiger
Zeit kamen wir zu einer Stadt von der wir glaubten, es
wäre der nächste Ort auf unserer richtigen Route. Doch
es stellte sich heraus, daß diese Stadt den Namen Lund
hatte. Jawohl Lund, wo wir 20km vorher schon mal waren.
Der Fahrradweg den wir genommen hatten, war nämlich ein
Rundweg, der um Lund durch alle Vororte führt. So
durften wir also den ganzen Weg bis zum Vorort Norra
Nöbelöv zurückfahren, um von dort unsere richtige
Route nach Norden anzutreten. Wir fuhren durch ein paar
kleinere Orte und nahmen uns vor, die verlorenen Zeit
irgendwie wieder aufzuholen. So fuhren wir im konstanten
Tempo, immer geradeaus blickend, und quälten unsere
Beine bis zum Ort Kävlinge, wo wir noch etwas
einkauften. Dann planten wir anhand unseres
Kartenmaterials und des Jugendherbergsverzeichnisses
unseren heutigen Zielort. Mittlerweile war es schon 20
Uhr geworden. Doch wir entschieden uns trotzdem dafür,
noch weiterzufahren, um eine Jugendherberge, die ja hier
"Vandrahjem" heißen, zu erreichen, die von uns
aus wohl noch 20 km entfernt war. Während wir also
unsere Kilometer fraßen, schauten wir immer rechts und
links, ob wir nicht noch irgendeine schöne Wiese finden,
die als Zeltaufschlagsplatz dienen könnte. Denn wir
wollten hier in Schweden eigentlich die Tatsache
ausnutzen, daß freies Zelten erlaubt ist. Doch entlang
unserer Hauptstraße gab es natürlich kein ruhiges
passendes Fleckchen und so kamen wir spät am Abend
tatsächlich in Teckomatorp, wo das Vandrahjem sein
sollte, an. Dort fragten wir uns erstmal durch, bis wir
schließlich das Haus etwas außerhalb des Ortes fanden.
Es handelte sich um die Villa Mariestén und die
Eigentümerin (Heidi!) stellte sich sogar als Deutsche
heraus. Besser hätten wir es eigentlich nicht treffen
können. Da blickten wir
dann sogar über den uns etwas überteuerten Preis von
160 Kronen pro Nase hinweg. Grund für den hohen Preis
war angeblich die Sache, daß alle Vandrahjemzimmer schon
vergeben waren und wir ein Pensionszimmer bekommen
sollten. Na, wenn das mal nicht alles Taktik gewesen ist.
Nun gut, glücklich endlich eine Bleibe gefunden zu haben
schafften wir unser Gepäck bis auf die 2.Etage in unser
Zimmer für heute nacht. Und da stand doch sogar noch ein
Fernseher, mit dem man deutsche Sender wie RTL empfangen
konnte. Perfekt. Leider konnten wir das nicht so recht
nutzen, da wir alle recht geschafft waren und uns nach
einer schönen frischen Dusche, und einem Schluck
Dosenbier (Lätøl) , sofort in die Federn legten. Aber
eins hatten wir uns vorgenommen: Morgen beim Frühstück
so richtig zuschlagen!
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