24.06.99 · Trelleborg - Teckomatorp · 113,4 km
 


Morgens kurz um 7 Uhr wachten wir auf der Fähre Travemünde-Trelleborg auf und gönnten uns im Bordrestaurant noch ein kleines Frühstück oder auch nur einen Orangensaft. Während des Frühstücks lief das Schiff in den Trelleborger Hafen in Schweden ein. Wir begaben uns zu unseren Rädern und warteten im CO2 bis alle vor uns warteten Autos die Fähre verlassen hatten. Dann waren endlich auch wir an der Reihe und führten unsere Fahrradtour fort. Wir fuhren entlang der Küste Richtung Malmö und konnten nun erstmals die schwedische Landschaft an uns vorüberziehen lassen. Unser erster Eindruck: schönes Wetter, kaum Wind, flaches Land und gute Fahrradwege. Also durchweg positiv. Da machte das Fahren richtig Spaß.

 

Gegen Mittag trafen wir in Malmö ein und verbrachten dort unsere Mittagspause. Außerdem gönnten wir uns eine Friture. Währenddessen stellte Dennis sein Fahrrad vor ein leeres Schaufenster, worauf ein Schwede herauskam und mit seinem Satz: "Sie müssen sich anpassen. Sie sind hier in Schweden!" bei uns für große Heiterkeit sorgte. Von da an war ein weiterer Tourspruch geboren. Bei jeder passenden Gelegenheit wurde er angewandt : "Äh, denk' dran, wir sind hier in Schweden!". Wir setzten unsere Tour fort und verließen Malmö in Richtung Norden. Wir fuhren weiter an der Küste entlang und gelangten in ein kleines Dorf, in dem wir einkauften und den weiteren Weg planten. Wir entschieden uns, in Richtung der Stadt Lund zu fahren und von dort weiter nach Norden. In Lund angekommen fanden wir auch prompt einen Fahrradweg, der uns zum Vorort Norra-Nöbelöv führte. Von dort folgten wir dem Fahrradweg weiter und das war unser Fehler. Nach einiger Zeit kamen wir zu einer Stadt von der wir glaubten, es wäre der nächste Ort auf unserer richtigen Route. Doch es stellte sich heraus, daß diese Stadt den Namen Lund hatte. Jawohl Lund, wo wir 20km vorher schon mal waren. Der Fahrradweg den wir genommen hatten, war nämlich ein Rundweg, der um Lund durch alle Vororte führt. So durften wir also den ganzen Weg bis zum Vorort Norra Nöbelöv zurückfahren, um von dort unsere richtige Route nach Norden anzutreten. Wir fuhren durch ein paar kleinere Orte und nahmen uns vor, die verlorenen Zeit irgendwie wieder aufzuholen. So fuhren wir im konstanten Tempo, immer geradeaus blickend, und quälten unsere Beine bis zum Ort Kävlinge, wo wir noch etwas einkauften. Dann planten wir anhand unseres Kartenmaterials und des Jugendherbergsverzeichnisses unseren heutigen Zielort. Mittlerweile war es schon 20 Uhr geworden. Doch wir entschieden uns trotzdem dafür, noch weiterzufahren, um eine Jugendherberge, die ja hier "Vandrahjem" heißen, zu erreichen, die von uns aus wohl noch 20 km entfernt war. Während wir also unsere Kilometer fraßen, schauten wir immer rechts und links, ob wir nicht noch irgendeine schöne Wiese finden, die als Zeltaufschlagsplatz dienen könnte. Denn wir wollten hier in Schweden eigentlich die Tatsache ausnutzen, daß freies Zelten erlaubt ist. Doch entlang unserer Hauptstraße gab es natürlich kein ruhiges passendes Fleckchen und so kamen wir spät am Abend tatsächlich in Teckomatorp, wo das Vandrahjem sein sollte, an. Dort fragten wir uns erstmal durch, bis wir schließlich das Haus etwas außerhalb des Ortes fanden. Es handelte sich um die Villa Mariestén und die Eigentümerin (Heidi!) stellte sich sogar als Deutsche heraus. Besser hätten wir es eigentlich nicht treffen können. Da blickten wir dann sogar über den uns etwas überteuerten Preis von 160 Kronen pro Nase hinweg. Grund für den hohen Preis war angeblich die Sache, daß alle Vandrahjemzimmer schon vergeben waren und wir ein Pensionszimmer bekommen sollten. Na, wenn das mal nicht alles Taktik gewesen ist. Nun gut, glücklich endlich eine Bleibe gefunden zu haben schafften wir unser Gepäck bis auf die 2.Etage in unser Zimmer für heute nacht. Und da stand doch sogar noch ein Fernseher, mit dem man deutsche Sender wie RTL empfangen konnte. Perfekt. Leider konnten wir das nicht so recht nutzen, da wir alle recht geschafft waren und uns nach einer schönen frischen Dusche, und einem Schluck Dosenbier (Lätøl) , sofort in die Federn legten. Aber eins hatten wir uns vorgenommen: Morgen beim Frühstück so richtig zuschlagen!