25.06.99 · Teckomatorp - Melbystrand · 108,7 km
 


Gegen 8:30 war die Nacht zu Ende. Wir mussten uns aus dem warmen Bett begeben, denn wir hatten heute ja noch einiges vor uns. Daraufhin machten wir das, was wir uns vorgenommen hatten: Wir stärkten uns ausgiebig am Frühstücksbüfett. Dann packten wir unsere sieben Sachen (ich glaube bei mir waren es ein paar mehr) und schnallten alles auf unsere Räder. Danach beglichen wir unsere Rechnung, wobei Heidi uns unbedingt noch ihre Internetadresse mitteilen mußte. Also hier ist sie:
www.mariesten.m.se . Sie fotografierte uns sogar noch vor einem kleinen Midsommar-Bäumchen, um das Foto auf eben dieser Internetseite zu veröffentlichen. Also, schaut mal nach, ob Sie das mittlerweile getan hat!
Dann machten wir uns auf die Pedalen und verließen Teckomatorp in nördlicher Richtung. Am späten Vormittag begann die Regenperiode. Wir überquerten mehrere kleine Bergabschnitte u.a. den Söderåsen und erreichen bei Abfahrten Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h. Alex geht ständig die Kette ab und auch seine Flaschen haben eine starke Schwerkraft Richtung Boden. Besonders komisch war dies, als dann mal eine Flasche rechts vom Weg den Berg herunterrollte und Alex nur noch hinterhergucken konnte. Der Regen wurde indessen immer stärker. Bei den Bergetappen bewährte sich unser "altes Paris-Team"; Alex blieb weit weit weit zurück. Unsere Mittagspause verbrachten wir während eines Gewitterregens unter Bäumen in einem kleinen Schloßgarten. Dann verfuhren wir uns zum zweiten Mal auf dieser Tour. Bei Tommarp kamen wir beim besten Willen nicht über einen Fluß herüber und mussten den langen beschwerlichen Schotterweg an Bauernhöfen entlang wieder zurückfahren, um an die nächste größere Straße zu kommen. Wieder in Tommarp angekommen, hörten wir aus einem Garten (vermutlich war da eine Geburtstagsfeier) das Lied der Tour, das wir fortan immer dreistimmig sangen: "WÄ GRATULIERÄ !" Bevor wir auf einer Straße direkt zwischen den beiden Seen Västersjön und Rössjön herfahren, hatte Hannes noch die Gelegenheit, während eines in einem Garten stattfindenden Festes einen schönen Midsommar-Baum zu fotografieren. Nach den beiden Seen begann eine große Steigung. Am höchsten Punkt dieses Berges Hallandsås war es sehr dunstig- feucht und viele Hagelkörner lagen am Straßenrand. Vom Sommer also keine Spur! Die folgende Abfahrt entschädigte etwas. Wir fuhren nun wieder zur Küste zurück. Die 15km auf der Straße Nr. 24 von Laholm zogen sich bei starkem Regen sehr lange hin. Wenigstens hatten wir noch die Möglichkeit zwischendurch Erdbeeren zu pflücken. In Melbystrand erfuhren wir, was Midsommar in Schweden bedeutet. Es ist hier nicht das nette Nachbarschaftsfest aus der Ikea-Werbung, hier wurden wir von besoffenen Schweden angepöbelt, sodaß wir ernsthaft überlegten, ob uns der Campingplatz überhaupt sicher genug war. Wir hatten aber keine andere Wahl, da das WildCampen fast im gesamten südlichen Schweden verboten ist. So schlugen wir unsere Zelte auf und bereiteten unser Abendessen mit Lätøl.