Gegen 8:30 war die Nacht
zu Ende. Wir mussten uns aus dem warmen Bett begeben,
denn wir hatten heute ja noch einiges vor uns. Daraufhin
machten wir das, was wir uns vorgenommen hatten: Wir
stärkten uns ausgiebig am Frühstücksbüfett. Dann
packten wir unsere sieben Sachen (ich glaube bei mir
waren es ein paar mehr) und schnallten alles auf unsere
Räder. Danach beglichen wir unsere Rechnung, wobei Heidi
uns unbedingt noch ihre Internetadresse mitteilen mußte.
Also hier ist sie: www.mariesten.m.se . Sie
fotografierte uns sogar noch vor einem kleinen
Midsommar-Bäumchen, um das Foto auf eben dieser
Internetseite zu veröffentlichen. Also, schaut mal nach,
ob Sie das mittlerweile getan hat!
Dann machten wir uns auf
die Pedalen und verließen Teckomatorp in nördlicher
Richtung. Am späten Vormittag begann die Regenperiode.
Wir überquerten mehrere kleine Bergabschnitte u.a. den
Söderåsen und erreichen bei Abfahrten Geschwindigkeiten
bis zu 60 km/h. Alex geht ständig die Kette ab und auch
seine Flaschen haben eine starke Schwerkraft Richtung
Boden. Besonders komisch war dies, als dann mal eine
Flasche rechts vom Weg den Berg herunterrollte und Alex
nur noch hinterhergucken konnte. Der Regen wurde indessen
immer stärker. Bei den Bergetappen bewährte sich unser
"altes Paris-Team"; Alex blieb weit weit weit
zurück. Unsere Mittagspause verbrachten wir während
eines Gewitterregens unter Bäumen in einem kleinen
Schloßgarten. Dann verfuhren wir uns zum zweiten Mal auf
dieser Tour. Bei Tommarp kamen wir beim besten Willen
nicht über einen Fluß herüber und mussten den langen
beschwerlichen Schotterweg an Bauernhöfen entlang wieder
zurückfahren, um an die nächste größere Straße zu
kommen. Wieder in Tommarp angekommen, hörten wir aus
einem Garten (vermutlich war da eine Geburtstagsfeier)
das Lied der Tour, das wir fortan immer dreistimmig
sangen: "WÄ GRATULIERÄ !" Bevor wir auf einer
Straße direkt zwischen den beiden Seen Västersjön und
Rössjön herfahren, hatte Hannes noch die Gelegenheit,
während eines in einem Garten stattfindenden Festes
einen schönen Midsommar-Baum zu fotografieren. Nach den
beiden Seen begann eine große Steigung. Am höchsten
Punkt dieses Berges Hallandsås war es sehr dunstig-
feucht und viele Hagelkörner lagen am Straßenrand. Vom
Sommer also keine Spur! Die folgende Abfahrt
entschädigte etwas. Wir fuhren nun wieder zur Küste
zurück. Die 15km auf der Straße Nr. 24 von Laholm zogen
sich bei starkem Regen sehr lange hin. Wenigstens hatten
wir noch die Möglichkeit zwischendurch Erdbeeren zu
pflücken. In Melbystrand erfuhren
wir, was Midsommar in Schweden bedeutet. Es ist hier
nicht das nette Nachbarschaftsfest aus der Ikea-Werbung,
hier wurden wir von besoffenen Schweden angepöbelt,
sodaß wir ernsthaft überlegten, ob uns der Campingplatz
überhaupt sicher genug war. Wir hatten aber keine andere
Wahl, da das WildCampen fast im gesamten südlichen
Schweden verboten ist. So schlugen wir unsere Zelte auf
und bereiteten unser Abendessen mit Lätøl.
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