29.06.99 · Göteborg - Henån (Hütte am See) · 97,5 km
 


Morgens erlebten wir strahlenden Sonnenschein, worauf wir uns sofort dick eincremtem.dieses Super-Sommerwetter war aber nicht vonlanger Dauer, denn bereits nach einer halben Stunde wurde das Wetter schlimmer denn je auf dieser Tour. Zuerst hatten wir noch einene tollen Ausblick auf die Stadt, als wir auf einer hohen Brücke den Hafen auf dem Radweg "Cykelspåret" überquerten. Die erste größere Panne vor Kungälv (Hannes' Schutzblech hattte sich förmlich in den reifen gefressen) meisterte er ohne Probleme mit Daniels Hilfe und Dennis Keksen (schwedisch: Kex). Während der Reperatur begegeneten uns zwei deutsche Radler, die aus Oslo kamen. Auf dem weiteren Weg durch die Schären präsentierte sich uns eine tolle Landschaft, aber das Wetter wurde immer schlechter. Ein klasse Rückenwind ließ uns das Wetter für kurze Zeit vergessen, sodaß wir förmlich über den Asphalt flogen. Neben dem Regen wurde es nun auch deutlich kühler. Dann sahen wir die Tjörn-Brücken, die das Festland mit verschiedenen Schären und der Insel Tjörn verbinden.

 

Der Ausblick über den Fjord war toll, aber um über die größte der zwei Brücken zu fahren, zogen wir uns extrerm warm an. Der Wind kam hier oben so stark von der Seite, daß wir schräg gegen ihn fahren mussten! Zu allem Überfluß fielen Hannes noch seine Schlappen vom Rad. Bei unser Mittagspause kurz nach der Brücke trafen wir zwei Radler aus Iserlohn, die auch nach Oslo wollten.Hier begann die Route nach Lysekil, die laut reiseführer eine der schönsten Straßen Schwedens ist. Wir merkten davon wenig, denn wir durchfuhren die Insel Tjörn bei Prasselregen mit ca. 25 km/h. Das änderte sich auch nicht, als wir über die nächste Brücke auf die Insel Orust kamen, auf der die Straße durch das schroffe Felsgestein der Küste führte. Ziemlich erschöpft suchten wir abends in Henån, im Norden von Orust, einen Platz zum wildcampen, den wir aber nicht fanden. gegen 19.30 Uhr fanden wir etwas außerhalb des kleinen Ortes eine kleine Strandhütte, die an einem Badeplatz mit Sprungturm gelegen war. Hier gab es nur Stein und ein winziges aber matschiges Stück Rasen, das gerade mal reichen würde, um ein Zelt aufzuschlagen. Die Strandhütte sollte um 20 Uhr geschlossen werden. So warteten wir bis dahin ab, da wir die Idee hatten in dieser Hütte endlich mal völlig trocken zu übernachten. Wir unterhielten uns noch mit einem Ehepaar, das uns streng davon abriet ohne Erlaubnis in der Hütte zu pennen. Der Mann war etwas am spinnen ("Normally all desert, kos... ääh ... cows, good equipment ..."), so entschlossen wir uns, da wir total naß und groggy waren und das Wetter immer schlechter wurde, illegal in dieser Hütte zu übernachten. Die halbe Nacht konnten wir vor Aufregung nicht schlafen, da ja jemand hätte kommen können. Den Rest der Nacht schnarchte Daniel so erbärmlich, daß alle anderen nur wenig schliefen.