Morgens
erlebten wir strahlenden Sonnenschein, worauf wir uns
sofort dick eincremtem.dieses Super-Sommerwetter war aber
nicht vonlanger Dauer, denn bereits nach einer halben
Stunde wurde das Wetter schlimmer denn je auf dieser
Tour. Zuerst hatten wir noch einene tollen Ausblick auf
die Stadt, als wir auf einer hohen Brücke den Hafen auf
dem Radweg "Cykelspåret" überquerten. Die
erste größere Panne vor Kungälv (Hannes' Schutzblech
hattte sich förmlich in den reifen gefressen) meisterte
er ohne Probleme mit Daniels Hilfe und Dennis Keksen
(schwedisch: Kex). Während der Reperatur begegeneten uns
zwei deutsche Radler, die aus Oslo kamen. Auf dem
weiteren Weg durch die Schären präsentierte sich uns
eine tolle Landschaft, aber das Wetter wurde immer
schlechter. Ein klasse Rückenwind ließ uns das Wetter
für kurze Zeit vergessen, sodaß wir förmlich über den
Asphalt flogen. Neben dem Regen wurde es nun auch
deutlich kühler. Dann sahen wir die Tjörn-Brücken, die
das Festland mit verschiedenen Schären und der Insel
Tjörn verbinden.
Der Ausblick über den
Fjord war toll, aber um über die größte der zwei
Brücken zu fahren, zogen wir uns extrerm warm an. Der
Wind kam hier oben so stark von der Seite, daß wir
schräg gegen ihn fahren mussten! Zu allem Überfluß
fielen Hannes noch seine
Schlappen vom Rad. Bei unser Mittagspause kurz nach der
Brücke trafen wir zwei Radler aus Iserlohn, die auch
nach Oslo wollten.Hier begann die Route nach Lysekil, die
laut reiseführer eine der schönsten Straßen Schwedens
ist. Wir merkten davon wenig, denn wir durchfuhren die
Insel Tjörn bei Prasselregen mit ca. 25 km/h. Das
änderte sich auch nicht, als wir über die nächste
Brücke auf die Insel Orust kamen, auf der die Straße
durch das schroffe Felsgestein der Küste führte.
Ziemlich erschöpft suchten wir abends in Henån, im
Norden von Orust, einen Platz zum wildcampen, den wir
aber nicht fanden. gegen 19.30 Uhr fanden wir etwas
außerhalb des kleinen Ortes eine kleine Strandhütte,
die an einem Badeplatz mit Sprungturm gelegen war. Hier
gab es nur Stein und ein winziges aber matschiges Stück
Rasen, das gerade mal reichen würde, um ein Zelt
aufzuschlagen. Die Strandhütte sollte um 20 Uhr
geschlossen werden. So warteten wir bis dahin ab, da wir
die Idee hatten in dieser Hütte endlich mal völlig
trocken zu übernachten. Wir unterhielten uns
noch mit einem Ehepaar, das uns streng davon abriet ohne
Erlaubnis in der Hütte zu pennen. Der Mann war etwas am
spinnen ("Normally all desert, kos... ääh ...
cows, good equipment ..."), so entschlossen wir uns,
da wir total naß und groggy waren und das Wetter immer
schlechter wurde, illegal in dieser Hütte zu
übernachten. Die halbe Nacht konnten wir vor Aufregung
nicht schlafen, da ja jemand hätte kommen können. Den
Rest der Nacht schnarchte Daniel so erbärmlich, daß
alle anderen nur wenig schliefen.
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