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Der
Himmel war bedeckt und ein leichter Wind streift über die île-de-France,
als wir unsere letzte Etappe begannen. Zuerst fuhren wir vorbei an Feldern
und am Flughafen Charles-de-Gaulle. Wir fühlten uns so ein bißchen wie
die Fahrer bei der letzten Etappe der Tour de France. Gegen 12 Uhr erreichten
wir Fontenay-en-Parisis. Dies ist der erste Vorort, wenn man sich von
Nordosten Paris nähert. Fahrradwege nach Paris gab es viele, aber alle
Wegbeschreibungen endten an den Toren von Paris. So begann eine ca.
dreistündige nervenaufreibende Irrfahrt durch die Vororte Goussainville,
Seine-ST.Denis, La Courneuve und Meaux. Über diese Orte hatte Hannes
noch vor zwei Wochen im Französisch LK gesprochen: Hier stauen sich
alle Probleme der Metropole Paris. Es war nicht gerade angenehm durch
diese Orte zu fahren, und deshalb waren wir auch froh, als wir sie hinter
uns hatten. Die Franzosen schauten uns verwundert an, da doch ein Fahrrad
in Paris etwas sehr ungewöhnliches ist. Auch
auf den Straßen war es sehr unangenehm zu fahren (teilweise mußten wir
auf dreispurigen Straßen fahren, und einmal fanden wir uns auf dem Zubringer
des Autobahnringes wieder), denn
die Autofahrer nahmen keine Rücksicht. Nach ca. einer Stunde lag es
dann völlig unerwartet vor uns: Das Stade de France, vielleicht das
schönste Stadion in Europa.
Wir nahmen uns aber nicht die Zeit, anzuhalten, sondern fuhren gleich
weiter. Nach 2 1/2 Stunden, wir waren schon ganz genervt, schauten wir
in eine große Strasse nach rechts: Da stand der Arc de Triomphe ! Wir
befanden uns also auf der Avenue Charles-de-Gaulle. Gegen 15 Uhr fotografierten
wir uns gegenseitig am Eingang des Bois du Boulogne, da hier das erste
Ortseingangsschild Paris stand. Der Campingplatz von Paris entpuppte
sich als der miserabelste, den wir je hatten: Er war superteuer, dreckig,
lag direkt an eine stark befahrenen Straße und einem Hubschrauberlandeplatz,
von der Seine war nichts zu sehen. Aber das
Schlimmste kam noch: In den Steinboden konnte man keine Heringe einbohren.
Nachdem wir endlich
eine Stelle gefunden hatten, bauten wir die Zelte mehr schief als gerade
auf. Im Moment waren wir alle sehr down: Die
anstrengende Fahrt, der schlechte
Campingplatz, und die Ungewissheit,
wie
wir unsere Farräder im Zug nach Deutschland mitbekommen sollten. Aber
nun fuhren wir erstmal mit dem Bus (teuer !) zum Porte Maillot. Nach
anfänglichen Problemen mit den Nummern der Metro stiegen wir schließlich
am Châtelet aus. Die Stadt ist voller Leben. Erst als unser Team auf
einer Brücke über der Seine stand, begriffen wir so richtig, was wir
geschaft hatten: Von der Haustür in Soest bis nach Paris mit dem Rad
!!! Wir waren glücklich und stolz, unser Ziel erreicht zu haben. Bonjour
Paris et la Coupe du monde!
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