28.06.98 · Gemmenich - Tilff · 70,6 km
 

Wir fuhren erst um 11.30 Uhr los, und obwohl der Himmel bedeckt war, war es sehr schwül. Heute war der erste, sehr anstrengende Tag in den belgischen Ardennen! Wir befuhren am Vormittag eine "Schlösser-Route" und erreichten gegen 16 Uhr Liège (Lüttich), laut dem Reiseführer die fahrradunfreundlichste Stadt Belgiens. Dies merkten wir schnell, den bereits am Vorort Jupiler - sûr - Meuse (hier wird das berühmte belgische Bier gebraut) fanden wir fast nur noch Straßen, die für Fahräder gesperrt waren. Um 17 Uhr hatten wir dann Liège hinter uns gelassen und fuhren vorbei an auskunftskargen Belgiern nach Tilff zur Jugendherberge. Aber wie schon in Aachen konnten wir die JH auch hier nicht benutzen, da man sich für eine Nacht im 20 km hinter uns liegenden Liège anmelden mußte. Also nahmen wir einen Campingplatz mit einer alten Hexe als Vermieterin und einer Steigung von ca. 10 %: In der Nacht rutschten wir in unseren Zelten immer wieder herunter. Tilff, ebenfalls an der Meuse gelegen, war eine nette Kleinstadt. Abends aßen wir unsere ersten Friture und ich eine Frikandel, dann schauten wir uns noch in einer Kneipe das Spiel Nigeria - Dänemark (1:4) an. Als wir abends auf einer Brücke über der Meuse standen, sahen wir die Ardennen. Die Landschaft sah hier schon ganz anders aus als in der Soester Börde, deswegen hatten wir das erste Mal das Gefühl, ein Stück auf unserem Weg nach Paris geschafft zu haben.